Filmkunst in Österreich

Amour

Auf den ersten Blick ist Österreich den meisten Menschen vielleicht nicht als große Filmnation bekannt. In den Anfangsjahren der bewegten Bilder entwickelte sich die Filmindustrie in Österreich zunächst erst einmal sehr langsam; zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg nahm die Filmproduktion in dem Alpenland jedoch rasch zu. Mit “Sascha-Film” hatte Österreich zu diesem Zeitpunkt sogar eines der weltweit größten Unternehmen im Bereich der Filmproduktion.Amour
In den 1920er Jahren brachte Österreich dann viele große Filmschaffende hervor, so beispielsweise Max Reinhardt, Fritz Lang und Josef von Sternberg. Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische deutsche Reich, mussten viele österreichische Filmgrößen fliehen, darunter Fritz Lang, Peter Lorre und Billy Wilder, der später durch seine Erfolge in Hollywood weltberühmt wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Österreich dann vor allen Dingen Heimatfilme und Komödien produziert – dem Publikum war nach leichter Kost zumute. Hauptmarkt für die Filme war neben Österreich auch die noch junge Bundesrepublik Deutschland. Erst ab den 1960er Jahren setzten sich immer häufiger junge, unabhängige Filmemacher mit neuen experimentellen Filmformaten durch. Seit 1980 gibt es in Österreich auch eine staatliche Filmförderung und es entwickelte sich mehr Vielfalt in der österreichischen Filmszene. Ab den 1990er Jahren sind österreichische Filme vermehrt auf internationalen Filmfestivals wie in Berlin, Cannes und sogar bei den Academy Awards in Hollywood Bestätigung für Leidenschaft und Arbeit vertreten. Michael Haneke ist zur Zeit sicher der bekannteste Regisseur und Drehbuchautor aus Österreich. Seine Filme “Die Klavierspielerin”, “Caché” und “Amour” haben international beim Publikum großen Anklang gefunden. Ein anderer österreichischer Film, der international Beachtung gefunden hat, ist Virgil Widrichs “Copyshop”.
Mit der Viennale hat Wien seit 1960 sein eigenes internationales Filmfestival. Durchschnittlich 75000 Besucher zieht es jeden Oktober für die Viennale in die österreichische Hauptstadt. Das Festival zeigt Filmarbeiten und Premieren aus aller Welt und bietet auch dem Dokumentar- und Experimentalfilm eine Leinwand.