Modernes Leben: Deutsche und österreichische Kunst und Design

Arno_Breker,_Albert_Speer_(1940)

Arno_Breker,_Albert_Speer_(1940)Unter dem Titel “Living Modern: German and Austrian Art and Design” gab es 2007 eine Ausstellung des Smart Museums in Chicago, die sehr gut zusammenfasste, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die beiden europäischen Nachbarn, vor allem was den Modernismus betrifft, hatten.

Die Ausstellung bezog sich auf die Zeit zwischen 1890 und 1933 und versuchte darzustellen, wie die Moderne in den Alltag, aber auch in die Kunst einzog. Auf der einen Seite standen Avantgardisten, die in der Moderne den Fortschritt und das Neue sahen und enthusiastisch feierten. Auf der andere Seiten jene, die sich in die Genres des Bauhaus, Symbolismus und Expressionismus begaben. Die Werke die ausgestellt wurden, kamen alle aus der eigene Sammlung. Ein Beispiel waren Otakar Nejedly’s From Ceylon (1910) und Emil Artur Longen’s Untitled (ca. 1910). Während Nejedly versucht den Veränderungen in Europa zu entfliehen und im Stile Gaugins exotische Ideale zu erschaffen, beschreibt Longen die sich stauende Boote auf dem Vlatka-Fluss in Prag, Sinnbild der expandierenden Wirtschaft und Industrialisierung.

Einer der großen Unterschiede zwischen der deutschen und österreichischen Moderne war die Wiener Secession, die sich deutlich vom deutschen Jugendstil abhob. Gustav Klimt war der wohl prominenteste Vertreter der Wiener Secession, es sollten aber auch Otto Wagner, Josef Hoffmann und Josef Plečnik nicht unerwähnt bleiben.

Der österreichische Jugendstil bezog sich aber nicht alleine auf die Malerei, sondern war auch im Kunsthandwerk zu finden. Koloman Moser, Josef Hoffmann und Dagobert Peche gehörten zu jenen, die ihn in Innenarchitektur, Keramik, Textil, Mode und Glas zur Perfektion trieben.

In Deutschland entstand der Jugendstil vor allem lokal durch Avandtgarde-Künstler, von denen Otto Eckmann einer der Gründerväter ist. Er machte sein Lieblingstier, den Schwan, zu einem Leitbild der Bewegung. Interessant ist dass München bald zum Zentrum der Bewegung wurde – die Stadt, die wohl am nächsten zu Wien gelegen war. Nur im Bereich Schmuck galt Berlin als Jugendstil-Metropole.