Österreichisches Museum sucht Paten für beschädigte Kunstwerke

1024px-Restoration_Wall_Paintings,_EphesusDas Leopold Museum ist bekannt für seine hochwertigen und geradezu perfekt organisierten Ausstellungen. Doch was die Museumsbetreiber sich einfallen ließen, um Geld einzutreiben, hätten manche sich nicht in ihren kühnsten Träumen vorgestellt.

Jedes Museum hat ein Lager mit Bildern, die es in der Regel nicht ausstellt. Der Grund liegt auf der Hand: Sie sind beschädigt worden. Manchmal kann das beim Transport passieren, oftmals nagt der Zahn der Zeit am Bild, oder Bakterien oder Holzwürmer machen sich über das Kunstwerk her.

Weil das Budget für die Restaurierung nicht ausreichte, entschloss man sich zu maximaler Transparenz. Man stellte 186 Werke aus die man eigentlich wegen ihrer Beschädigung nicht ausstellen konnte oder wollte.

So zum Beispiel Robert Russ’s „Mill with Evening Sky” von 1885, bei dem sich die Leinwand aufgelöst hatte. Bei einer Porzellanfigur fehlte gleich der Kopf, und ein Werk von Cecil van Haanen war eine Mahlzeit von Holzwürmern geworden.

Dringend reparaturbedürftig war auch die Tischlampe mit Lampenschirm von Dagobert Peche, (1921) oder Anton Faistauers Zeichnung der Hl. Margareta. In den Archiven der Sammlung Leopold schlummern 1000 Bilder, die dringend behandelt werden müssen. Auch im Bereich Kunsthandwerk ist Hilfe wichtig. So konnte etwa eine Reihe von Möbelstücken, die im Umfeld von Josef Hoffmann und Koloman Moser um 1900 entstanden sind, aufgrund notwendiger konservatorischer Maßnahmen bisher nicht gezeigt werden.

Mit der fast einmonatigen Ausstellung sollte zum einen gezeigt werden, was eine der ureigenen Aufgaben einer Sammlung und eines Museums ist: Kunst zu bewahren. In diesem Fall sogar im buchstäblichen Sinne. Es gibt aber auch darum Paten für bestimmte Kunstwerke zu gewinnen, die dann eine Teil oder die Gesamtkosten einer Restaurierung übernehmen würden. Das Museum versteht die Aktion aus Aufruf für bürgerliches Mäzenatentum. Bislang sind auf der Webseite des Museums 12 Paten namentlich aufgeführt. Wer sich interessiert kann ein Formular beim Museum herunterladen und eine Patenschaft beantragen.