Wie wir den österreichischen Kunstkrieg gewannen

Des Führers Triumphfahrt durch das jubelnde Wien.
Die Ankunft des Führers in Wien am Montagnachmittag gestaltete sich zu einem triumphalen Einzug, wie ihn wohl noch kein Staatsmann erlebte. Hunderttausende umsäumten viele Stunden vor der Ankunft der Wagenkolonne des Führers die Strassen und ihre Jubelrufe klangen dem Einiger aller Deutschen wie ein Orkan entgegen.
15.3.1938 [Herausgabedatum]
Scherl Bilderdienst, Berlin

Des Führers Triumphfahrt durch das jubelnde Wien. Die Ankunft des Führers in Wien am Montagnachmittag gestaltete sich zu einem triumphalen Einzug, wie ihn wohl noch kein Staatsmann erlebte. Hunderttausende umsäumten viele Stunden vor der Ankunft der Wagenkolonne des Führers die Strassen und ihre Jubelrufe klangen dem Einiger aller Deutschen wie ein Orkan entgegen. 15.3.1938 [Herausgabedatum] Scherl Bilderdienst, BerlinDie österreichischen Juden, die von den Nazis verschleppt, enteignet und ermordet wurden, verloren nicht nur ihr Leben, sondern auch ihren Besitz und ihr Erbe. Viele mussten fliehen und alles was sie hatten zurücklassen. Darunter befanden sich auch zahlreiche Kunstwerke österreichischer Maler und Bildhauer. Die Nazis plünderten die Wohnungen und nahmen alles mit was einen Wert hatte. Nach dem Krieg dann verschwanden viele dieser Kunstwerke für einige Zeit, und es sollte Jahre dauern, bis Hinterbliebene und Überlebende das Recht auf ihren Besitz einklagen konnten.

Eines der prominentesten Beispiele war der Kampf des amerikanischen Anwalts E. Randol Schoenberg, der im Auftrag von Maria Altmann versuchte, fünf Bilder von Gustav Klimmt wieder in den Besitz seiner Klientin zu bringen. Es dauerte acht Jahre, der Fall ging bis vor den Supreme Court in den USA und
die Bilderfreunde musste dabei gegen die Regierungen der USA und Österreichs kämpfen. Aus dem Fall wurde schließlich sogar ein Film. Er war nicht nur eine Beschreibung des Falles, sondern wie Schoenberg sagte der persönliche Kreuzzug um die Leute die Wahrheit wissen zu lassen was mit Marias Familie passierte und allen anderen österreichischen Juden.

Der Film Woman in Gold wurde 2015 von der BBC produziert und erzählt die Geschichte Maria Altmanns anhand von Rückblicken bis in die Zeit, als sie aus Österreich fliehen musste. Historisch ist der Film in weiten Teilen korrekt, auch wenn es eine Diskussion darüber gab, ob Altmanns Anwalt wie im Film die Initiative startete oder ein österreichischer Journalist, der sich des Themas auch angenommen hatte.

Am Ende ihres Kampfes bekam Altmann Recht und die Bilder zugesprochen. Sie verkaufte sie beim Auktionshaus Christie für 327 Millionen Dollar. Das Bild Frau in Gold, nach dem der Film benannt ist, erzielte einen Rekordpreis von 135 Millionen Dollar und wurde an die Neue Galerie in New York verkauft. Es zeigt übrigens Marias Tante Adele Bloch-Bauer.